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Eschenburg hat das Allheilmittel gegen Abschreibung

Zwar kein Passbild, aber das Foto passt in die Zeit: Bürgermeister Götz Konrad mit Lahn-Dill-Bergland-Maske bei einer Wanderung auf der Eschenburg. Im Hintergrund das Modell des früheren Turms, für den Eschenburg nach neuen Ansätzen sucht. (Foto: Konrad)

Eschenburg hat das Allheilmittel gegen Abschreibung

Sonderposten-Auflösung ist keine Reste-Rampe im Ramsch-Laden, sondern nachhaltige Verwendung des Bürgergeldes. Das ist unser Kniff für Kommunalfinanzen. Eschenburg hat zwar kein Geld eingeplant für eine „Geburtstags-Feier“ 2021, aber wir können positiv ins Jubiläumsjahr und die Zukunft blicken.

Im Januar werden die bisherigen Bauprogramme abgerechnet und die nächste Phase beginnt. Der Konsolidierungs-Kurs der Kommune wird beibehalten, haben die Gremien schon 2019 beschlossen. 2007 bis 2020 sind beim Trinkwasser 4,75 Millionen Euro investiert und über Ergänzungsbeiträge finanziert worden. Mit jährlichen Abschlägen geht es auch bis 2026 in der Wasserversorgung weiter, wenn 1,95 Mio. €  „in Echtzeit“ aufgebracht werden.

Beim Abwasser sieht der Finanzierungs-Fahrplan für die nächsten sechs Jahre 3 Mio. € Infrastruktur-Investitionen vor. Von 2009 bis 2020 waren es 6,8 Mio. € für Kanal, Kläranlage & Co. Eingerechnet hat Eschenburg auch seinen Anteil an Abwasser 4.0. Das ist die Ausbau-Strategie des Abwasserverbands „Obere Dietzhölze“, den Eschenburg und Dietzhölztal gemeinsam betreiben. Auch hier werden keine Kredite aufgenommen, sondern Investitionen durch Zuweisungen der „Mitglieder“ gestemmt. Auch dieses Geld wird in der Ergebnisrechnung nicht auf einmal verwendet, sondern als Sonderposten dargestellt, die über den gleichen Zeitraum wie die Abschreibung jährlich „aufgelöst“ und als Ertrag in die Waagschale geworfen werden. Mit dem Gegengewicht zur Abschreibung wird das Ergebnis verbessert, die Betriebskosten-Umlagen stabilisiert und der Gebührenzahler entlastet.

Über Steuer hingegen würde jede Finanzierung teuer, auch bei subventionierten Gebühren. Denn Dreiviertel der Gewerbesteuer holen sich Kreis, Land und Bund, wird oft vergessen. In Eschenburg sind Beiträge, Zuschüsse und Zuweisungen das Allheilmittel gegen Abschreibung. Denn Kommunen und ihre Unternehmen müssen die Abschreibung als Werteverzehr darstellen und den Aufwand erwirtschaften, ohne sie irgendwo „abziehen“ zu dürfen. Kreis, Land und Bund holen sich indes ihren Großteil der kommunalen Steuern ungemindert nach der theoretischen Steuerkraft.

Für Schwimmbäder bleibt deshalb die Forderung nach einem „Bonus für Bäder“, der im Freizeitbad „Panoramablick“ als Vorschlag auftauchte. Eschenburg und Dietzhölztal haben hier ihre „Hausaufgaben“ gemacht, indem sie ein Bauprogramm 2017 bis 2022 abarbeiten. Mit 80.000 € Landeszuschuss soll schon 2021 die letzte Etappe geschafft werden, bei der  für „Bauliche Erneuerung und energetische Optimierung des Hallenbads“ 268.000 € vorgesehen sind. Keine Beiträge, aber die Zuweisungen der Mitgliedsgemeinden, die Zuschüsse des Landes, der EKM gGmbH und nicht zuletzt die Hilfen des Fördervereins haben die Sonderpostenauflösung auf jährlich 64.000 € gesteigert.  Bei der Gemeinde wie in den Verbänden macht es diese Echtzeit-Finanzierung möglich, dass wir uns auch wieder was wünschen können, vielleicht schon zum Geburtstag.